Taladon



Das Taladonische Reich umfasst derzeit 20 größere Kolonien und eine Reihe kleinerer Außenposten, die sich über einen Raumbereich mit einem Durchmesser von etwa 50 Lichtjahren erstrecken. Bewohnt wird es hauptsächlich von den Rihannsu und den von ihnen unterdrückten Havrannsu.

Kurz nach dem langen und aufreibenden Krieg gegen Akaardan, der das Taladonische Reich beinahe vernichtet hätte, sind immer noch weite Bereiche für Außenstehende abgeriegelt. Neben der Zentralwelt Ch~Rihan können lediglich ihr Mond Ai~hai und der eher unbedeutende Außenposten V am Rande der Pufferzone ohne Sondergenehmigungen besucht werden.

Das Zentralsystem des Taladonischen Reiches mit seinen beiden bewohnbaren Planeten Ch~Rihan und Ch~Havran ähnelt dem ursprünglichen Heimatsystem der Rihannsu. Es verfügt über eine recht unscheinbare rote Sonne. Während der zweite Planet, Ch~Rihan, ein subtropisches bis tropisches Klima ohne nennenswerte Jahreszeiten aufweist, ist es auf dem dritten Planeten, Ch~Havran, wesentlich kälter.


Gesellschaft und politisches System


Die Rihannsu-Gesellschaft besteht aus einer Art Kastensystem mit acht Hohen Häusern. Jedem Haus sind verschiedene Funktionen und Aufgaben sowie die passenden Berufszweige zugeordnet. So gehoeren dem Haus In~cul (Industrie, Landwirtschaft und technische Entwicklung) alle Ingenieure, Techniker, Handwerker und Bauern an, dem Haus Ev~pas (Wissenschaft, Forschung und Bildung) alle Wissenschaftler, aber auch Ärzte, Lehrer und Erzieher.

Jeder Rihannsu wird automatisch in ein Haus hineingeboren. Seit Jahrtausenden angewendete genetische Auswahl- und Zuchtverfahren stellen sicher, dass entsprechende Begabungen vorhanden sind. Dadurch haben sich in den meisten Häusern auch typische äusserliche Merkmale herausgebildet.

Innerhalb eines Hauses existiert eine hierarchische Struktur. Die Position einer Person wird dabei ähnlich wie in einem feudalistischen System vererbt. Führende Familien können ihren Stammbaum noch bis zur Heimatwelt zurückverfolgen. Gibt es keine natürlich gezeugten Nachkommen, ist es üblich, einen Nachfolger zu klonen.

Mächtigstes politisches Gremium von Taladon ist der Hohe Rat, der sich aus den Oberhäuptern der acht Hohen Häuser zusammensetzt. Er wählt alle fünf Umläufe einen Vorsitzenden, den Daise. Beschlüsse und Gesetztesvorlagen des Hohen Rates werden von einem Parlament aus 64 gewählten Volksvertretern verabschiedet.

Die Innenpolitik ist geprägt von Intrigen und politischen Schachzügen mit dem Ziel, den Einfluss des eigenen Hauses auf Kosten der anderen auszubauen. An Außenpolitik hat ein Großteil der Rihannsu dagegen kein Interesse.


Der Widerstand


Trotz parlamentarischer Strukturen innerhalb der Regierung ist ein großer Teil der Bevölkerung von demokratischen Mitsprachemöglichkeiten ausgeschlossen. So wird beispielsweise Nachkommen nicht genehmigter Mischehen zwischen Mitgliedern verschiedener Häuser neben anderen Bürgerrechten auch das Wahlrecht verweigert. Bewohner von Kolonien fühlen sich häufig von der Zentralregierung des Hohen Rates bevormundet. Proteste, Widerstände gegen den Hohen Rat oder gar Aufstände waren in der Vergangenheit jedoch wenig erfolgreich und wurden meist blutig beendet.

Auch unter den Havrannsu verstärkt sich der Widerstand gegen die Versklavung des eigenen Volkes durch die technisch höher entwickelten Rihannsu. Vor allem unter den im Akaardan-Krieg an Waffen ausgebildeten Havrannsu erhöhte sich die Bereitschaft zum bewaffneten Befreiungskampf. Ein Teil von ihnen desertierte, versteckte sich in der Wildnis Ch~Rihans oder kehrte zurück auf die besetzte Heimatwelt.

Innerhalb der letzten Umläufe schlossen sich verschiedene Splittergruppen zu einer schlagkraeftigen Organisation zusammen, die sich Vereinigte Taladonische Befreiungsliga (kurz VTBL) nennt. Ziele der VTBL sind die rechtliche Gleichstellung der Havrannsu, die Selbstverwaltung der nach Unahbhängigkeit strebenden Kolonie Rhedon, die Entmachtung des Hohen Rates und die Abschaffung der Privilegien für die reinblütigen Mitglieder alteingesessener Familien.

Die VTBL besteht aus verschiedenen einzelnen Widerstandsgruppen, die jeweils von einem Sektionskommandanten geführt werden und selbständig Aktionen planen. Sie führen von ihren Verstecken außerhalb der grossen Städte einen Guerillakrieg, verüben Anschläge auf öffentliche Einrichtungen und wichtige Persönlichkeiten, befreien Sklaven aus Fabriken oder Rohstoffminen und führen einen Propagandafeldzug gegen die Hohen Häuser.

Geschichte


Das Volk der Rihannsu stammt ursprünglich von einer tropischen Dschungelwelt aus einem weit entfernten Teil der Galaxis. Schon vor etwa 10000 Jahren entwickelte es die interstellare Raumfahrt und schuf ein Imperium von etwa 50 bewohnten Planeten.

Die Blütezeit dieses Imperiums wurde jäh unterbrochen, als es in der Nähe der Zentralwelt zu einer Supernovaexplosion kam. Milliarden von Rihannsu und zahllose Individuen unterworfener Völker fanden den Tod. Der Heimatplanet der Rihannsu sowie zahlreiche Nachbarwelten wurden unbewohnbar.

Drei von vier Evakuierungsflotten mit insgesamt 9500 Schiffen erreichten den Planeten Ch~Rihan, der der ursprünglichen Heimat der Rihannsu ähnlich war. Die Schiffe enthielten ausschließlich priviligierte und zahlungskräftige Mitglieder der acht Hohen Häuser.

Über längere Zeit widmeten sich die Geretteten nur dem Überleben auf dem neuen Planeten. Epidemien wie die Lungenfäule, schwere Erdbeben und Machtkämpfe der verfeindeten Häuser machten den Kolonisten zu schaffen. In den Wirren dieser ersten Epoche der neuen Zeitrechnung gingen viele Kenntnisse verloren. Die Bevölkerungszahl wuchs kaum, das Interesse am umgebenden Weltraum war gering. Wegen der niedrigen natürlichen Geburtenrate wurde die Entwicklung der Gentechnik beschleunigt.

Erst 1500 Umläufe später entdeckte man auf dem unwirtlichen und kalten Nachbarplaneten die vorindustrielle Kultur der Havrannsu, die bald darauf als Arbeitssklaven eingesetzt wurden. In der Folgezeit besiedelten die Rihannsu mehrere geeignete Planeten in ihrer Umgebung, erforschten den nahen Weltraum und richteten Außenposten ein, die zunächst vor allem als Ausgangspunkt für Forschungsexpeditionen dienten.

Einige Umläufe, nachdem die Menschen die interstellare Raumfahrt entwickelt hatten, nahm man Kontakt zum Planeten Sol auf, einer Kultur von unreifen Humanoiden, die gerade erst ihren eigenen Planeten in Schutt und Asche gelegt hatten, sich technisch jedoch erstaunlich schnell entwickelten.

Im Umlauf 8941 NZR greift eine bis dahin unbekannte Rasse aggressiver Reptilien einen taladonischen Vorposten im Beret-System an. Es kommt zu einem blutigen Krieg, in dem das Taladonische Reich fast vernichtet wird. Erst durch die solanische Intervention zugunsten Taladons im Umlauf 8973 kann das Blatt gewendet und der akaardiansiche Angriff zurückgeschlagen werden. Im Umlauf 8984 beendet ein vorläufiger Waffenstillstand die Kriegshandlungen. Eine Pufferzone zwischen dem Taladonischen Reich und dem Akaardianischen Imperium soll erneute feindliche Übergriffe verhindern.

Technik



Die Rihannsu waren bereits vor ihrer Flucht nach Ch~Rihan eine technisch hochentwickelte Rasse, die zur interstellaren Raumfahrt fähig war. Nach der Umsiedlung kam es jedoch zu einer jahrhundertelangen Stagnation. Besonders erwähnenswert sind die Errungenschaften der Rihannsu auf dem Gebiet der Gentechnologie, die Transmittertechnik, die den Transport von Personen und Material innerhalb planetarer Entfernungen erlaubt, der Tachyon-Überlichtantrieb und die Magnetresonanztechnik, die unter anderem Grundlage für die Entwicklung von Teslawaffen und Intervallergewehren ist.

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